Gratwanderung durch die deutsche Literatur
Appunti di letteratura tedesca, programma di Liceo
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Inhaltverzeichnis:
Böll, Borchert, Brecht, Dürrenmat, Eichendorf, Goethe 
Herder, Hesse, Kafka, Lessing, Mann, Schiller
, Trakl

Ursprung
Die Aufklärung:
Lessing: Nathan der Weise

Sturm und Drang:
Herder: Erlkönigs Tochter

Die deutsche Klassik:
Goethe:
Prometheus
Grenzen der Menschheit
Das Göttliche
Faust
Schiller:
Die Hoffnung
Die Räuber
An die Freude

Die Romantik:
Eichendorf: 
Aus dem Leben eines Taugenichts
Mondnacht

Der Realismus
Der Naturalismus
Das fin de siècle: Impressionismus und SymbolismusDer Expressionismus:
Trakl:
Verklärter Herbst
Im Osten

Kafka:
Gibs auf
Vor dem Gesetz
Heimkehr
Brecht und das epische Theater:
Aus Leben des Galilei
Über die Bezeichnung Emigranten
Fragen eines lesenden Arbeiters

up

Hesse:
Unterm Rad
Aus „Siddharta“
Siddharta
Der Steppenwolf
Zugang zu Kafka oder über das richtige lesen der Dichter
Im Nebel

Ich werde nicht gehorchen
Mann:
Aus „Tonio Kröger“  

Autori
Dürrenmatt:
Die Physiker

Borchert:
Das Brot
Die Küchenuhr
 1945

Böll:
Die ungezahlte Geliebte
Es wird etwas geschehen
Das Brot der frühen Jahre
Bekenntnis zur Trümmerliteratur

Joseph von Eichendorf

Mondnacht

Es war als hätt der Himmel
Die Erde still geküßt,
Daß sie im Blütenschimmer
Von ihm nun träumen müßt’

Die Luft ging durch die Felder,
Die Ähren wogten sacht,
Es rauschten leis’ die Wälder,
So sternklar war die Nacht.

Und meine Seele spannte
Weit ihre Flügel aus,
Flog durch die stillen Lande,
Als flöge sie nach Haus.

Notte di luna

Era come se il cielo
avesse baciato tranquillamente la terra
che nello splendore dei fiori
dovesse ora sognare di lui. 

L’aria se ne andava attraverso i campi
le spighe piegavano lievi
i boschi stormivano lievemente
la notte era  chiara  come le stelle. 

La mia anima apriva le ali e
volava attraverso il paesaggio tranquillo
come se tornasse a casa.

Sehnsucht

Splendevano stelle così dorate,
io stavo solitario alla finestra
e udivo da lontano il postino nella tranquilla campagna.
il cuore mi si infiammava in corpo,
e io ho pensato segretamente:
ah, chi potrebbe viaggiare
nella splendida notte d’estate!

 Due giovani viandanti passavano
sul pendio della montagna,
io sentivo che cantavano camminando
lungo il silenzioso territorio:
di nascoste gole tra i massi,
dove i boschi frusciavano così silenziosamente,
di fontane, che dalle spaccature cadevano nella notte del bosco.

 Essi cantavano di statue di marmo,
di giardini, che sopra la roccia
si inselvatichiscono nella pergola imbrunita,
palazzi nel chiaro di luna,
uando si sveglia il suono,
e le fontane frusciano addormentate
nella meravigliosa notte d’estate

up

GOETHE ( 1749 - 1832)  
Gratwanderung durch die deutsche Literatur

KINDHEIT UND STUDIUM

Er wurde am 28. August 1749 in Frankfurt am Mein geboren. Er kam aus einer reichen Patrizierfamilie, sein Vater wollte ihm eine gute Erziehung geben. Schon als Knabe lernte Goethe mit Hauslehrern Latein, Griechisch, Hebräisch, Italienisch, Englisch u. Französisch.

Im Alter von 16 Jahren bezog ( beziehen, zog ,gezogen = entrò) er die Universität Leipzig, um auf Wunsch seines Vaters Rechtswissenschaft zu studieren. Aber mehr als das Studium interessierten ihn Kunst, Literatur u. Theater.

STURM UND DRANG ( vedi oltre)

Nach drei Jahren kehrte er krank nach Frankfurt zurück. 1770 ging er nach Straßburg ,um dort sein Studium zu vollenden. Dort lernte er die Stürmer u. Dränger Wagner u. Herder kennen, die einen entscheidenen Einfluß auf die dichterische Entwicklung des jungen G. ausübten.

In Straßburg lernte G. Friederike Brion kennen, die er sehr liebte.

Bis 1775 widmete er sich vor allem der Dichtung. "Götz vom Berlichingen" ist ein Drama aus der Reformationszeit u. ist ganz im Geist des Sturmes u. Dranges geschrieben. Es bringt die Auflehnung (rivolta) eines Kraftmenschen gegen die Wilkur (arbitrio) der Fürstenmacht und betont (sottolinea) die Rechte des Einzelmenschen.

G. schrieb das Hymne "Prometheus". Hier steht im Mittelpunkt der selbstsichere ,geniale Stürmer u. Dränger, der keine höhere Macht anerkennt.

PROMETHEUS

Goethes Ode "P." ist typisch der S.u.D. Dichtung. Diese Ode stellt die leidenschaftlichen Gefühle des genialen Menschen der S.u.D.Periode der Ruhe der Gottheit gegenüber.

PROMETHEUS

Prosafassung

-1 Strophe

P wendet sich (si rivolge) mit Verachtung (disprezzo) gegen Zeus u. vergleicht ihn mit einem Knaben, der Disteln köpft.

Für P soll eine groBe Trennung zwischen Himmel u. Erde bestehen: die Erde gehört nur den Menschen, der Himmel den Göttern. Sie haben den Menschen nicht geholfen, trotzdem beneiden (invidiano) sie sie wegen ihres Herdes (focolare).

-2 Strophe

Die Götter sind arme Leute: sie nähren sich von Gebeten, von Kindern u. Bettlern, die ihre tolle Hoffnungen auf die Göttern setzen.(collocano)

-3 Strophe

Als P ein Kind war, kehrte er sein verirrtes (smarrito) Auge zur Sonne, als wenn (ob) darüber ein Ohr , das seine Klage hören würde, u. ein Herz, das sich des Bedrängten (assilli) erbarmen (impietosirsi) wurden. Er weiß nicht mehr, wer ihn von denTitanen, vom Tode,u. von Sklaverei rettete. Gott interessierte sich nie fùr ihn, wenn er litt oder weinte. Ihre Herren, sind die allmàchtige Zeit u. das ewige Schicksal.

-4 Strophe

P konnte nicht das Leben lassen oder in Wüsten fliehn, weil seine Jugendträume nicht reiften. Er

sitzt u. formet (plasma)Menschen, die wie er leiden, weinen, sich freuen, genießen u. auf Gott nicht achten.

oppure: Er formt Menschen nach seinem Bild, die die Götter nicht achten.

STURM UND DRANG

Der S.u.D.(1770-1786) ist eine Bewegung ( der Name ist vom Titel eines Dramas übernommen), die mit der Aufklärung gegenüber stellte. Im Gegensatz zur Vorherrschaft des Verstandes predigte man Natur, Genie u. Freiheit. Man wollte eine Rückkehr zur Natur u. Einfachkeit. Die liebsten Motive waren der Tyrannenhaß, Freiheit, die feindlichen Brüder, Kindesmörderin..

1772 verliebte sich G. in die Braut seines Freundes Charlotte (Lotte) Buff. Unter der Eindruck von Liebe und Leid schrieb er das Briefroman "Die Leiden des jungen Werther"(1774) ,Anlaß (spunto) zum tragischen Schluß gab der Selbstmord eines jungen Bekanntes Goethes. In den Briefen ,die Werther an einen Freund schreibt, finden wir Liebe , Gefühl, groBe Begeisterung für die Natur.

WEIMAR (1775- 1786)

1775 wurde G. nach Weimar vom Herzog Karl August gerufen, er wollte G als Freund. G blieb 10 Jahre am Hofe von Weimar: er lernte viele interessante Menschen kennen, er machte Reisen mit dem Herzog, spielte Theater u. hatte Aufgabe in der Finanzwirtschaft. Er dichtete für Feste in Weimar.

Dann fühlte er, daß er Ruhe brauchte.

GRENZEN DER MENSCHHEIT

Prosafassung

-1 Strophe

Gott. der heilige Vater, sat segnende Blitze u. Donner über die Erde, und der Mensch küßt den letzen Saum des Gottenkleides. Er empfindet (prova) kindliche Schauer (brivido), er ist treu in der Brust.

-2 Strophe

Kein Mensch soll nicht mit Göttern sich messen. Jedermann macht das, wird weggeworfen (werfen, warf, geworfen). Gott kann mit dem Kopf die Sterne berühren und seine unsichere Füße haften (stanno saldi) nirgends, mit ihm spielen Wolken und Winde.

-3 Strophe

Auf der Erde reicht er nicht auf (giungere), mit der Eiche oder der Rebe sich zu vergleichen.

-4 Strophe

Es unterscheidet Götter von Menschen, daß viele Wellen (onda), die uns heben und verschlingen (inghiottono), vor jenen wandeln (davanti a loro scorrono). Götter ( gli Dei danno origine al movimento, gli uomini subiscono) wirken, und die Menschen versinken.

-5 Strophe

Ein kleiner Ring begrenzt unser Leben, viele Geschlechter machen eine unendliche Kette.

Resta l’individualismo, ma l’uomo si inserisce nel tutto. E’ diversa dalle altre poesie, poichè qui vi è l’esaltazione dell’insieme, dell’umanità, non dell’uomo singolo, che è limitato a causa della sua natura. Se l’uomo solo è un anello della catena, però la catena tutta può elevarsi. C’è il valore della vita umana ma con dei limiti.

ITALIEN

G. wollte zu sich selbst finden. Er hatte einen großen Wunsch: nach Italien zu fahren. G. reiste über Verona, Venedig, nach Rom , Neapel u. Sizilien.

Nach seiner Rückkehr schrieb er seine Erfahrungen u. Gedanken auf.

In Italien studierte G. außer den Kunstwerken auch die Pflanzenwelt.

In der Kunst wurde für ihn Winckelmanns Definition "Edle Einfalt und stille Größe" lebendige Erfahrung.

G. arbeitete viel in Italien: er vollendete die Tragödie "Egmont", schrieb das Schauspiel "Iphigenie auf Tauris", arbeitete an "Torquato Tasso" und an "Faust", sein Lebenswerk.

FREUNDSCHAFT MIT SCHILLER

Als G. aus Italien zurückkehrte, war er einsam. Seine Frau gab ihm den einzigen Sohn August.

1789 brach die französische Revolution aus.

1794 begann die Freundschaft zwischen G. u. Schiller. Die zwei groBen Dichtern tauschten (scambiarsi) dichterische Ideen aus. Beide schrieben mehrere schöne Balladen .

DER ALTE GOETHE

1805 starb Schiller, für G. war der Tod des Freundes sehr schmerzlich.

Die napoleonischen Kriege brachten viel Unglück über Deutschland. In den folgenden Jahren starben die Mutter, die Frau, der Sohn von G. und auch der Herzog von Weimar.

G. beschäftigte sich mit Kunst, Philosophie, Naturwissenschaften. Er scrieb "Die Wahlverwandtschaften" und eine Autobiographie.

ERLKÖNIG

Übersetzung

Chi cavalca così tardi nella notte e nel vento?
E’ il padre col suo bambino,
tiene il bambino bene tra le braccia
lo tiene al sicuro, lo tiene al caldo
"Figlio mio, cosa nascondi così angosciosamente il tuo viso?"
"Non vedi padre l’ Erlkònig?
l’Erlkònig con corona e pennacchio?"
"Figlio mio, è solo un velo di nebbia."
"Caro bimbo vieni, va con me!
Io gioco con te giochi molto belli,
fiori variopinti sono sulla spiaggia,
mia madre ha una veste d’oro"
"Padre mio, padre mio, e non senti,
cosa mi dice piano l’E .?"
"Sta tranquillo, rimani calmo, bimbo mio;
è il vento che sibila tra le foglie secche."
"Vuoi venire bel bambino con me?
Le mie figlie ti aspettano;
le mie figlie portano le danze della notte,
e ti cullano, ballano e cantano."
"Padre mio, padre mio, non vedi là
la figlia dell’E. nel posto cupo"
" Figlio mio, f.m., io lo vedo bene
sono i vecchi salici che sembrano così scuri."
"Io ti amo, mi affascina la tua bella figura,
se tu non acconsenti uso la forza"
"Padre mio, p.m., ora mi afferra!
E. mi ha fatto male!"
Il padre inorridisce, cavalca velocemente
tiene tra le braccia il bimbo che geme
raggiunge la corte con animo e con pena
tra le sue braccia il bimbo era morto.

Wir finden menschliche Angst vor den Naturerscheinungen (fenomeni naturali).

Der Erl. knüpft (si riallaccia) an Herders Ballade E.s Tochter.

In Hintergrund gibt es die Macht der bösen Geister.

Hier finden wir die Todesangst eines kranken Kindes.

Das Kind sieht den Erlkönig, der Vater versucht es zu beruhigen. Das Kind stirbt in den Armen des V.s.

Goethe singt die geheimen Kräfte der Natur.

Prosafassung

1- In der Nacht reitet der Vater mit seinem Kind in dem Arm und er hält ihn warm.

2 -Der Sohn sieht den E. mit Krone u. Schweif (pennacchio) und hat Angst.

Der Vater beruhigt (tranquillizza ) seinen Sohn, sagt ihm , es sei nur ein Nebelstreif.

3 -E. lockt (attira) das Kind durch sein anziehendes (allettanti) Versprechen (promessa), er sagt, daß bunte Blumen am Strand sind.

4 -Das Kind wird immer unruhiger u. ängstlich (pauroso). Der Vater versucht, sein ungeregtes (agitato) Kind mit seinen Worten ruhig zu machen ,und sagt ihm ,daß der Wind in dürren Blättern säuselt. (sibila tra le foglie secche)

5 -E. versucht noch einmal das Kind zu überzeugen und sagt, daß ihre Töchter auf ihn warten, und tanzen u. singen.

6 -Jetzt hat das Kind Erscheinungen (visioni): er glaubt E.s Tochter zu sehen. Der Vater aber sagt ihm, daß es die alten Weiden so grau scheinen.

7 -E. hat das Kind schon angefaßt (afferrato). das Kind schreit , daß er ihm ein Leid getan hat.

8 -Der Vater reitet geschwind. Wenn der Vater nach Hause kommt , war das Kind in seinen Armen tot.

Thema:

Verführung (seduzione) u. Tot, das Schreckliche ( orrido) ist bei Goethe verhüllt (celato), Herders Ballade kulminiert in screcklichen Bilden.

In den beiden Balladen finden wir die Form des Gesprächs, typisch für die Volksdichtung.

Die Beschreibung der nächtlichen Landschaft (paesaggio) ist gleich. Es ist Nacht u. dunkel, die Handlung spielt sich im Wald, es gibt Bäume, viel Grün (bei H.), dürre Blätter (bei G.)

Bei H. sind die Hauptpersonen drei.

Bei G. auch.

Das Göttlische Inni

Diese Ode entspricht (aderire + dat) ganz den Ideen der Klassik, besingt die hohen sittlichen Werte edler Menschlichkeit und ist als Goethes Glaubensbekenntnis aufzufassen. In feierlichen, klaren Rythmen wird der edle und gute Mensch als Träger der göttlichen Idee anerkannt.

Prosafassung

1° strophe UMANO

Sei edel der Mensch, der gut u. hilfreich ist; weil das ihn von allen Wesen unterscheidet, die wir kennen.

2° Strophe DIVINO

Heil den unbekannten höheren Wesen! Der Mensch sollgleich Ihnen sein und sein Beispiel lehrt uns an sie glauben.

3° Strophe NATURA

Die Natur ist unfühlend: die Sonne leuchtet über Böse und Gute, und der Mond und die Sterne glänzen dem Verbrecher so wie dem Besten.

4° Strophe NATURA

Wind, Ströme, Donner u. Hagel rauschen und ergreifen alle.

5° Strophe NATURA

Auch das Glück tappt(cammina a tentoni) unter die Menge und fasst den unschuldigen Knabe so wie den kahlen (calvo) Schuldigen.

6° Strophe UOMO/NATURA

Alle müssen vollenden die Kreise eigenes Daseins, nach den ewigen ,ehrnen Gesetzen (der Natur).

7° Strophe Faust?

Nur der Mensch vermag das Unmögliche: er unterscheidet, wählt und richtet, und kann auch dem Augenblick dauer verleihen.(può conferire durata all’attimo).

8° Strophe

Er darf den Guten lohnen und denBösen strafen, er darf heilen u. retten, und er darf auch alles Irrende, Schweifende nützlich verbinden. (congiunger quanto disperso)

9° Strophe DIVINO

Wir verheren die Unsterblichen(immortali), als ob Sie Menschen wären, und als ob sie im großen täten, was der beste Mensch im kleinen tut oder tun möchte.

(come se facessero in grande ciò che il migliore uomo facesse in piccolo o volesse fare)

10° Strophe UOMO

Sei der edle Mensch hilfreich(soccorrevole) und gut! Er sollte immer das Nützliche u, das Rechte schaffen(compiere l’utile e il giusto). er soll ein Vorbild jener geahneten Wesen für uns sein.

Hermann Hesse

IM NEBEL 
Seltsam, im Nebel zu wandern!
Einsam ist jeder Busch und Stein,
Kein Baum sieht den andern,
Jeder ist allein.
 Voll von Freunden war mir die Welt,
Als noch mein Leben licht war,
Nun da der Nebel fällt,
Ist keiner mehr sichtbar.
 Wahrlich, keiner ist weise,
Der nicht das Dunkel kennt,
Das unentrinnbar und leise
Von allen ihn trennt.
 Seltsam, im Nebel zu wandern!
Leben ist Einsamsein.
Kein Mensch kennt den andern,
Jeder ist allein. 

Franz Kafka

Gratwanderung durch die deutsche Literatur

Heimkehr

Ich bin zurückgekehrt ,tornato a casa, ich habe den Flur durchschritten , attraversato il corridoio, und blicke mich um, mi son guardato attorno. Es ist meines Vaters alter Hof. E’ il vecchio cortile di mio padre.
Die Pfütze, pozzanghere, in der Mitte.
Altes, unbrauchbares Gerät, vecchio inutilizzabile apparecchio, ineinander, l’uno nell’altro- verfahren, procedere, verstellt den Weg, sbarra la strada, zur Bodentreppe, scala.
Die Katze lauert, auf dem Geländer. Il gatto aspetta, sulla ringhiera.
Ein zerrissenes Tuch,un panno stracciato, einmal im Spiel um eine Stange gewunden, hebt sich im Wind.
Ich bin angekommen.
Wer wird mich empfangen? Chi mi riceverà?
Wer wartet hinter der Tür der Küche?
Rauch kommt aus dem Schornstein, esce del fumo dal camino, der Kafee zum Abendessen wird gekocht.
Ist dir heimlich, ti è famigliare, fühlst du dich zu Hause?
Ich weiß es nicht, ich bin sehr unsicher.
Meines Vaters Haus ist es, aber kalt steht Stück neben Stück, als wäre jedes mit seinen eigenen Angelegenheiten beschäftigt, die ich teils vergessen habe, teils niemals kannte. E’ la casa di mio padre, ma è lì, fredda un pezzo accanto all’altro, come se ognuno fosse occupato nei suoi propri affari, che io in parte ho dimenticato, e in parte non ho mai conosciuto.
Was kann ich ihnen nützen, was bin ich ihnen und sei ich auch des Vaters, des alten Landwirts Sohn. Come posso essere utile a loro, e cosa sono per loro, sia io pure il figlio del padre, del vecchio agricoltore.
Und ich wage nicht, an der Küchentür zu klopfen, nur von der Ferne horche ich, nur von der Ferne horche ich stehend, nicht so, daß ich als Horcher überrascht werden könnte. E io non oso bussare alla cucina, origlio solo da lontano, per non essere sorpreso ad origliare.
Und weil ich von der Ferne horche, erhorche ich nichts, nur einen leichten Uhrenschlag höre ich oder glaube ihn vielleicht zu hören, herüber aus den Kindertagen. Poichè origlio da lontano, non sento nulla, solo un debole rintocco sento, o forse credo di sentirlo dai giorni della fanciullezza.
Was sonst in der Küche geschieht, ist das Geheimnis der dort Sitzenden, das sie vor mir wahren. Ciò che accade in cucina, è il segreto di chi siede là, che mantengono davanti a me.
Je länger man vor der Tür zögert, desto fremder wird man. Tanto più a lungo si esita davanti alla porta, tanto più si diventa estranei.
Wie wäre es, wenn jetzt jemand die Tür öffnete und mich etwas fragte. Come sarebbe se ora qualcuno aprisse la porta e mi chiedesse qualcosa.
Wäre ich dann nicht selbst wie einer, der sein Geheimnis wahren will. Io non sarei come uno che vuole conservare il suo segreto.

Fragen zum Text

1) Wer kehrt heim?
Der Sohn des alten Landwirts.

2) Sieht der Sohn jemand? Ist jemand zu Hause?
Es gibt jemanden zu Hause, weil Rauch aus dem Schornstein kommt.

3) Fühlt sich der Sohn zu Hause?
Er weiß es nicht, er ist unsicher.

4) Wie reagiert der Sohn?
Er wägt nicht an der Küchentür zu klopfen, und bleibt vor dem Tür, um zu hörchen.

5) Was hört er oder was glaubt er zu hören?
Nichts, nur einen leichten Uhrenschlag.

6) Welche Beziehungen ,rapporto, hat der Sohn zu seinen Angehörigen, familiari?
Er fühlt sich ein Fremd.

Georg Trakl

Gratwanderung durch die deutsche Literatur

VERKLÄRTER HERBST aus "Gedichte"

Gewaltig endet so das Jahr
Mit goldnem Wein und Frucht der Gärten
Rund schweigen Wälder wunderbar
 Und sind des Einsamen Gefährten. 
 Da sagt der Landmann: Es ist gut.
Ihr Abendglocken lang und leise
Gebt noch zum Ende frohen Mut.
 Ein Vogelzug grüßt auf der Reise
Es ist der Liebe milde Zeit
Im Kahn den blauen Fluß hinunter
Wie schön sich Bild an Bildchen reiht
 -Das geht in Ruh und Schweigen unter

Luminoso autunno

Violentemente finisce l’anno
con vino dorato e frutta di giardino
intorno meravigliosi silenziosi boschi
accompagnano il solitario
 Il contadino dice: bene
la campana della sera a lungo e piano
segna la fine con animo lieto
Una migrazione di uccelli saluta nel viaggio.
 E’ il mite tempo dell’amore
 in barca sul fiume blu
come bello infila una figura dopo l'altra
va nel silenzio e nella pace intorno.

Trakl liebt das Motiv il tema des Herbstes. Der erste Eindruck impressione sind die Fülle quantità und der Reichtum ricchezza dieser Jahreszeit stagione. Aber der letzte Vers sagt uns, daß die Grundstimmung atmosfera durch Einsamkeit solitudine und Schweigen charakterisiert ist.

Verklärter affascinante Herbst

Das Thema dieses Gedichtes ist der Herbst u Trakl liebt das Motiv des Herbetes mit seinen starken Farben.

Der erste Eindruck impressione sind die Fülle pienezza u die Reichtum dieser Jahereszeit. Aber die letzten Verse sind durch Einsamkeit u Schweigen pace cherakterisiert.

- 1.Strophe Zuerst beschreibt der Autor das Bild quadro der Natur im Herbst: das Jahr endet mit dieser eindrucksvollen Jahreszeit, die uns so viele reiche Früchte des Landes bringt, unter denen der goldene Wein.

Wunderbare Wälder schweigen herum, der Sommer ist vorbei u nun ruht riposa die Natur aus.

Die Wälder mit ihrer Ruhe sind Weggenosse compagni di viaggi des einsamen Menschen.

- 2. Strophe Der Bauer ist jetzt mit seiner schweren Arbeit zufrieden. Die Glocken am Abend sollen lang u leise läuten suonare, um allen Mut u Freude zu geben. Vögel fliegen nach Süden u begrüßen dabei mit ihrem Singen.

- 3. Strophe Es ist eine süße dolce Zeit der Liebe. es ist schön, mit dem Boot battello den blauen Fluß hinunter giù zu fahren. Die Natur bietet uns ci offre schöne Bilder, die Landschaft paesaggio ist bezaubernd magico. Alles endet in Ruhe u Schweigen.

( Das Gedicht endet mit einem Gefühl von Verfall decadenza, typisch für die Verse vonT, auch wenn am Anfang ein Hauch alito von Hoffnung auftaucht.)

Motive

Hier finden wir die beliebten Motive seiner Gedichte: der Herbst, die Wälder, das Schweigen der Natur am Abend, der einsame Mensch, Liebe, der blaue Fluß. Am Anfang beginnt T mit einer Beschreibung der Natur; in der letzten Strophe findet man den Sinn des Gedichtes: hier ist trotzdem nicht so tragisch wie bei anderen Versen, aber sicher nicht optimistisch.

Die Verse von T sind unbestimmte indefiniti u idyllische Naturbilder. Melancholie, Trauer tristezza über eine zerrüttete Welt mondo in rovina sind seine beliebten preferiti Motive; eine Untergangstimmung atmosfera di decadenza oder wie hier Einsamkeit durchzieht seine Verse.

Sprache

Die Sprache gewinnt eine Kraft des Ausdrucks durch die Benutzung uso der vielen starken Adjektiven u Farben tinte.

Wenige Verben finden wir in diesem Gedicht, wie bei ihm üblich abituale. Die Farben sind expressiv, die Sprache traumt auf.