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Gratwanderung
durch die deutsche Literatur
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Inhaltverzeichnis: Böll, Borchert, Brecht, Dürrenmat, Eichendorf, Goethe Herder, Hesse, Kafka, Lessing, Mann, Schiller , Trakl Ursprung
Sturm
und Drang:
Die
deutsche Klassik:
Die
Romantik:
Der
Realismus
Kafka:
Hesse:
Autori
Böll: Joseph von Eichendorf Mondnacht Es war als hätt der Himmel Die Luft ging durch die
Felder, Und meine Seele spannte
Notte
di
luna Era
come se il cielo L’aria se
ne andava attraverso i campi La mia
anima apriva le ali e Sehnsucht
Splendevano
stelle così dorate, Due
giovani viandanti passavano Essi
cantavano di statue di marmo, GOETHE
( 1749 - 1832) KINDHEIT UND STUDIUM Er wurde am 28. August 1749 in Frankfurt am Mein geboren. Er kam aus einer reichen Patrizierfamilie, sein Vater wollte ihm eine gute Erziehung geben. Schon als Knabe lernte Goethe mit Hauslehrern Latein, Griechisch, Hebräisch, Italienisch, Englisch u. Französisch. Im Alter von 16 Jahren bezog ( beziehen, zog ,gezogen = entrò) er die Universität Leipzig, um auf Wunsch seines Vaters Rechtswissenschaft zu studieren. Aber mehr als das Studium interessierten ihn Kunst, Literatur u. Theater. STURM UND DRANG ( vedi oltre) Nach drei Jahren kehrte er krank nach Frankfurt zurück. 1770 ging er nach Straßburg ,um dort sein Studium zu vollenden. Dort lernte er die Stürmer u. Dränger Wagner u. Herder kennen, die einen entscheidenen Einfluß auf die dichterische Entwicklung des jungen G. ausübten. In Straßburg lernte G. Friederike Brion kennen, die er sehr liebte. Bis 1775 widmete er sich vor allem der Dichtung. "Götz vom Berlichingen" ist ein Drama aus der Reformationszeit u. ist ganz im Geist des Sturmes u. Dranges geschrieben. Es bringt die Auflehnung (rivolta) eines Kraftmenschen gegen die Wilkur (arbitrio) der Fürstenmacht und betont (sottolinea) die Rechte des Einzelmenschen. G. schrieb das Hymne "Prometheus". Hier steht im Mittelpunkt der selbstsichere ,geniale Stürmer u. Dränger, der keine höhere Macht anerkennt. PROMETHEUS Goethes Ode "P." ist typisch der S.u.D. Dichtung. Diese Ode stellt die leidenschaftlichen Gefühle des genialen Menschen der S.u.D.Periode der Ruhe der Gottheit gegenüber. PROMETHEUS Prosafassung -1 Strophe P wendet sich (si rivolge) mit Verachtung (disprezzo) gegen Zeus u. vergleicht ihn mit einem Knaben, der Disteln köpft. Für P soll eine groBe Trennung zwischen Himmel u. Erde bestehen: die Erde gehört nur den Menschen, der Himmel den Göttern. Sie haben den Menschen nicht geholfen, trotzdem beneiden (invidiano) sie sie wegen ihres Herdes (focolare). -2 Strophe Die Götter sind arme Leute: sie nähren sich von Gebeten, von Kindern u. Bettlern, die ihre tolle Hoffnungen auf die Göttern setzen.(collocano) -3 Strophe Als P ein Kind war, kehrte er sein verirrtes (smarrito) Auge zur Sonne, als wenn (ob) darüber ein Ohr , das seine Klage hören würde, u. ein Herz, das sich des Bedrängten (assilli) erbarmen (impietosirsi) wurden. Er weiß nicht mehr, wer ihn von denTitanen, vom Tode,u. von Sklaverei rettete. Gott interessierte sich nie fùr ihn, wenn er litt oder weinte. Ihre Herren, sind die allmàchtige Zeit u. das ewige Schicksal. -4 Strophe P konnte nicht das Leben lassen oder in Wüsten fliehn, weil seine Jugendträume nicht reiften. Er sitzt u. formet (plasma)Menschen, die wie er leiden, weinen, sich freuen, genießen u. auf Gott nicht achten. oppure: Er formt Menschen nach seinem Bild, die die Götter nicht achten. STURM UND DRANG Der S.u.D.(1770-1786) ist eine Bewegung ( der Name ist vom Titel eines Dramas übernommen), die mit der Aufklärung gegenüber stellte. Im Gegensatz zur Vorherrschaft des Verstandes predigte man Natur, Genie u. Freiheit. Man wollte eine Rückkehr zur Natur u. Einfachkeit. Die liebsten Motive waren der Tyrannenhaß, Freiheit, die feindlichen Brüder, Kindesmörderin.. 1772 verliebte sich G. in die Braut seines Freundes Charlotte (Lotte) Buff. Unter der Eindruck von Liebe und Leid schrieb er das Briefroman "Die Leiden des jungen Werther"(1774) ,Anlaß (spunto) zum tragischen Schluß gab der Selbstmord eines jungen Bekanntes Goethes. In den Briefen ,die Werther an einen Freund schreibt, finden wir Liebe , Gefühl, groBe Begeisterung für die Natur. WEIMAR (1775- 1786) 1775 wurde G. nach Weimar vom Herzog Karl August gerufen, er wollte G als Freund. G blieb 10 Jahre am Hofe von Weimar: er lernte viele interessante Menschen kennen, er machte Reisen mit dem Herzog, spielte Theater u. hatte Aufgabe in der Finanzwirtschaft. Er dichtete für Feste in Weimar. Dann fühlte er, daß er Ruhe brauchte. GRENZEN DER MENSCHHEIT Prosafassung -1 Strophe Gott. der heilige Vater, sat segnende Blitze u. Donner über die Erde, und der Mensch küßt den letzen Saum des Gottenkleides. Er empfindet (prova) kindliche Schauer (brivido), er ist treu in der Brust. -2 Strophe Kein Mensch soll nicht mit Göttern sich messen. Jedermann macht das, wird weggeworfen (werfen, warf, geworfen). Gott kann mit dem Kopf die Sterne berühren und seine unsichere Füße haften (stanno saldi) nirgends, mit ihm spielen Wolken und Winde. -3 Strophe Auf der Erde reicht er nicht auf (giungere), mit der Eiche oder der Rebe sich zu vergleichen. -4 Strophe Es unterscheidet Götter von Menschen, daß viele Wellen (onda), die uns heben und verschlingen (inghiottono), vor jenen wandeln (davanti a loro scorrono). Götter ( gli Dei danno origine al movimento, gli uomini subiscono) wirken, und die Menschen versinken. -5 Strophe Ein kleiner Ring begrenzt unser Leben, viele Geschlechter machen eine unendliche Kette. Resta l’individualismo, ma l’uomo si inserisce nel tutto. E’ diversa dalle altre poesie, poichè qui vi è l’esaltazione dell’insieme, dell’umanità, non dell’uomo singolo, che è limitato a causa della sua natura. Se l’uomo solo è un anello della catena, però la catena tutta può elevarsi. C’è il valore della vita umana ma con dei limiti. ITALIEN G. wollte zu sich selbst finden. Er hatte einen großen Wunsch: nach Italien zu fahren. G. reiste über Verona, Venedig, nach Rom , Neapel u. Sizilien. Nach seiner Rückkehr schrieb er seine Erfahrungen u. Gedanken auf. In Italien studierte G. außer den Kunstwerken auch die Pflanzenwelt. In der Kunst wurde für ihn Winckelmanns Definition "Edle Einfalt und stille Größe" lebendige Erfahrung. G. arbeitete viel in Italien: er vollendete die Tragödie "Egmont", schrieb das Schauspiel "Iphigenie auf Tauris", arbeitete an "Torquato Tasso" und an "Faust", sein Lebenswerk. FREUNDSCHAFT MIT SCHILLER Als G. aus Italien zurückkehrte, war er einsam. Seine Frau gab ihm den einzigen Sohn August. 1789 brach die französische Revolution aus. 1794 begann die Freundschaft zwischen G. u. Schiller. Die zwei groBen Dichtern tauschten (scambiarsi) dichterische Ideen aus. Beide schrieben mehrere schöne Balladen . DER ALTE GOETHE 1805 starb Schiller, für G. war der Tod des Freundes sehr schmerzlich. Die napoleonischen Kriege brachten viel Unglück über Deutschland. In den folgenden Jahren starben die Mutter, die Frau, der Sohn von G. und auch der Herzog von Weimar. G. beschäftigte sich mit Kunst, Philosophie, Naturwissenschaften. Er scrieb "Die Wahlverwandtschaften" und eine Autobiographie. ERLKÖNIG Übersetzung
Chi cavalca così tardi nella notte e nel vento? Wir finden menschliche Angst vor den Naturerscheinungen (fenomeni naturali). Der Erl. knüpft (si riallaccia) an Herders Ballade E.s Tochter. In Hintergrund gibt es die Macht der bösen Geister. Hier finden wir die Todesangst eines kranken Kindes. Das Kind sieht den Erlkönig, der Vater versucht es zu beruhigen. Das Kind stirbt in den Armen des V.s. Goethe singt die geheimen Kräfte der Natur. Prosafassung 1- In der Nacht reitet der Vater mit seinem Kind in dem Arm und er hält ihn warm. 2 -Der Sohn sieht den E. mit Krone u. Schweif (pennacchio) und hat Angst. Der Vater beruhigt (tranquillizza ) seinen Sohn, sagt ihm , es sei nur ein Nebelstreif. 3 -E. lockt (attira) das Kind durch sein anziehendes (allettanti) Versprechen (promessa), er sagt, daß bunte Blumen am Strand sind. 4 -Das Kind wird immer unruhiger u. ängstlich (pauroso). Der Vater versucht, sein ungeregtes (agitato) Kind mit seinen Worten ruhig zu machen ,und sagt ihm ,daß der Wind in dürren Blättern säuselt. (sibila tra le foglie secche) 5 -E. versucht noch einmal das Kind zu überzeugen und sagt, daß ihre Töchter auf ihn warten, und tanzen u. singen. 6 -Jetzt hat das Kind Erscheinungen (visioni): er glaubt E.s Tochter zu sehen. Der Vater aber sagt ihm, daß es die alten Weiden so grau scheinen. 7 -E. hat das Kind schon angefaßt (afferrato). das Kind schreit , daß er ihm ein Leid getan hat. 8 -Der Vater reitet geschwind. Wenn der Vater nach Hause kommt , war das Kind in seinen Armen tot. Thema: Verführung (seduzione) u. Tot, das Schreckliche ( orrido) ist bei Goethe verhüllt (celato), Herders Ballade kulminiert in screcklichen Bilden. In den beiden Balladen finden wir die Form des Gesprächs, typisch für die Volksdichtung. Die Beschreibung der nächtlichen Landschaft (paesaggio) ist gleich. Es ist Nacht u. dunkel, die Handlung spielt sich im Wald, es gibt Bäume, viel Grün (bei H.), dürre Blätter (bei G.) Bei H. sind die Hauptpersonen drei. Bei G. auch. Das Göttlische Inni Diese Ode entspricht (aderire + dat) ganz den Ideen der Klassik, besingt die hohen sittlichen Werte edler Menschlichkeit und ist als Goethes Glaubensbekenntnis aufzufassen. In feierlichen, klaren Rythmen wird der edle und gute Mensch als Träger der göttlichen Idee anerkannt. Prosafassung 1° strophe UMANO Sei edel der Mensch, der gut u. hilfreich ist; weil das ihn von allen Wesen unterscheidet, die wir kennen. 2° Strophe DIVINO Heil den unbekannten höheren Wesen! Der Mensch sollgleich Ihnen sein und sein Beispiel lehrt uns an sie glauben. 3° Strophe NATURA Die Natur ist unfühlend: die Sonne leuchtet über Böse und Gute, und der Mond und die Sterne glänzen dem Verbrecher so wie dem Besten. 4° Strophe NATURA Wind, Ströme, Donner u. Hagel rauschen und ergreifen alle. 5° Strophe NATURA Auch das Glück tappt(cammina a tentoni) unter die Menge und fasst den unschuldigen Knabe so wie den kahlen (calvo) Schuldigen. 6° Strophe UOMO/NATURA Alle müssen vollenden die Kreise eigenes Daseins, nach den ewigen ,ehrnen Gesetzen (der Natur). 7° Strophe Faust? Nur der Mensch vermag das Unmögliche: er unterscheidet, wählt und richtet, und kann auch dem Augenblick dauer verleihen.(può conferire durata all’attimo). 8° Strophe Er darf den Guten lohnen und denBösen strafen, er darf heilen u. retten, und er darf auch alles Irrende, Schweifende nützlich verbinden. (congiunger quanto disperso) 9° Strophe DIVINO Wir verheren die Unsterblichen(immortali), als ob Sie Menschen wären, und als ob sie im großen täten, was der beste Mensch im kleinen tut oder tun möchte. (come se facessero in grande ciò che il migliore uomo facesse in piccolo o volesse fare) 10° Strophe UOMO Sei der edle Mensch hilfreich(soccorrevole) und gut! Er sollte immer das Nützliche u, das Rechte schaffen(compiere l’utile e il giusto). er soll ein Vorbild jener geahneten Wesen für uns sein. |
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Hermann Hesse IM
NEBEL Gratwanderung durch die deutsche Literatur Heimkehr Ich bin zurückgekehrt ,tornato a casa, ich habe den Flur
durchschritten , attraversato il corridoio, und blicke mich um, mi son guardato
attorno. Es ist meines Vaters alter Hof. E’ il vecchio cortile di mio padre. Fragen zum Text 1) Wer kehrt heim? 2) Sieht der Sohn jemand? Ist
jemand zu Hause? 3) Fühlt sich der Sohn zu Hause? 4) Wie reagiert der Sohn? 5) Was hört er oder was glaubt er
zu hören? 6) Welche Beziehungen ,rapporto,
hat der Sohn zu seinen Angehörigen, familiari? |
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Gratwanderung durch die deutsche Literatur VERKLÄRTER HERBST aus "Gedichte" Gewaltig endet so das Jahr Luminoso autunno Violentemente finisce l’anno Trakl liebt das Motiv il tema des Herbstes. Der erste Eindruck impressione sind die Fülle quantità und der Reichtum ricchezza dieser Jahreszeit stagione. Aber der letzte Vers sagt uns, daß die Grundstimmung atmosfera durch Einsamkeit solitudine und Schweigen charakterisiert ist. Verklärter affascinante Herbst Das Thema dieses Gedichtes ist der Herbst u Trakl liebt das Motiv des Herbetes mit seinen starken Farben. Der erste Eindruck impressione sind die Fülle pienezza u die Reichtum dieser Jahereszeit. Aber die letzten Verse sind durch Einsamkeit u Schweigen pace cherakterisiert. - 1.Strophe Zuerst beschreibt der Autor das Bild quadro der Natur im Herbst: das Jahr endet mit dieser eindrucksvollen Jahreszeit, die uns so viele reiche Früchte des Landes bringt, unter denen der goldene Wein. Wunderbare Wälder schweigen herum, der Sommer ist vorbei u nun ruht riposa die Natur aus. Die Wälder mit ihrer Ruhe sind Weggenosse compagni di viaggi des einsamen Menschen. - 2. Strophe Der Bauer ist jetzt mit seiner schweren Arbeit zufrieden. Die Glocken am Abend sollen lang u leise läuten suonare, um allen Mut u Freude zu geben. Vögel fliegen nach Süden u begrüßen dabei mit ihrem Singen. - 3. Strophe Es ist eine süße dolce Zeit der Liebe. es ist schön, mit dem Boot battello den blauen Fluß hinunter giù zu fahren. Die Natur bietet uns ci offre schöne Bilder, die Landschaft paesaggio ist bezaubernd magico. Alles endet in Ruhe u Schweigen. ( Das Gedicht endet mit einem Gefühl von Verfall decadenza, typisch für die Verse vonT, auch wenn am Anfang ein Hauch alito von Hoffnung auftaucht.) Motive Hier finden wir die beliebten Motive seiner Gedichte: der Herbst, die Wälder, das Schweigen der Natur am Abend, der einsame Mensch, Liebe, der blaue Fluß. Am Anfang beginnt T mit einer Beschreibung der Natur; in der letzten Strophe findet man den Sinn des Gedichtes: hier ist trotzdem nicht so tragisch wie bei anderen Versen, aber sicher nicht optimistisch. Die Verse von T sind unbestimmte indefiniti u idyllische Naturbilder. Melancholie, Trauer tristezza über eine zerrüttete Welt mondo in rovina sind seine beliebten preferiti Motive; eine Untergangstimmung atmosfera di decadenza oder wie hier Einsamkeit durchzieht seine Verse. Sprache Die Sprache gewinnt eine Kraft des Ausdrucks durch die Benutzung uso der vielen starken Adjektiven u Farben tinte. Wenige Verben finden wir in diesem Gedicht, wie bei ihm üblich abituale. Die Farben sind expressiv, die Sprache traumt auf. |